Greta Wagner macht ein "Freiwilliges soziales Jahr" (FSJ) im Frauenzentrum in Rivas. Ein Erfahrungsbericht.
Seit dem 24. Juli diesen Jahres bin ich zusammen mit Felix als Nachfolgerin für Nils und Jochen in Rivas. Als erste weibliche PaNic-Volontärin arbeite ich im Frauenzentrum Rivas, das seit Bestehen des PaNics enger Projektpartner war und ist.
Die erste Zeit in Nicaragua empfand ich nicht immer als einfach. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich zwar von Anfang an sehr gut verstanden, aber an das Entbehren von Privatsphäre in einem Haus in dem man jedes gesprochene Wort hört und einem Zimmer, das nur durch einen Vorhang vom Wohnraum getrennt ist, musste ich mich erst gewöhnen.
Auch mein Start im Frauenhaus war eher schleppender Natur. Ich sollte im Wechsel in der Klinik und der Rechtsberatung arbeiten, um alles kennen zu lernen. Doch in beiden Bereichen hat man mir nur wenig erklärt und gesagt, wie ich helfen kann.
Hier muss gesagt werden, dass ich mit verschwindend geringen Spanischkenntnissen nach Nicaragua kam und die Situation sicher auch für die Muchachas des Frauenhauses eine schwierige war. Sie wussten anfangs wenig mit mir anzufangen. Besser wurde es, als endlich meine Englischkurse begannen. So hatte ich erstmals das Gefühl, nicht nur im Weg zu stehen, sondern selbst was beitragen zu können. Ich hatte anfangs Englischkurse in Rivas und im Frauenhaus San Jorge, mittlerweile, statt des Kurses in Rivas, einen im Frauenhaus Tola, da es in Rivas bereits einen gab. Außerdem habe ich den Englischkurs von Nils in Civite übernommen, der zweimal wöchentlich stattfindet. Doch auch abgesehen von den Englischkursen habe ich mich jetzt im Frauenaus eingelebt und helfe dort nun in der Verwaltung oder begleite die Doctora bei ihren Behandlungen in Dörfern rund um Rivas. Meistens kommen an solchen Tagen 40 bis 70 Patienten und ich gebe nach der Untersuchung die verschriebenen Medikamente aus.
Aus Interesse nehme ich manchmal an politischen Treffen teil, zum Beispiel, des der Frauenbrigade, die abends von Haus zu Haus geht und das Programm des FSLN vorstellt. Einen Tag war ich mit einem Bus voll Rivenserinnen auf einem Kongress in Managua, wo ca. 1000 Frauen aus ganz Nicaragua ihren Willen für die Verabschiedung eines Gesetzesvorschlags der Sandinisten für die Gleichstellung von Mann und Frau kundtaten.
Im Rahmen des bevorstehenden PaNic-Projektes zum Ausbau der Frauenhäuser Tola und San Jorge werde ich die Bauarbeiten in beiden Frauenhäusern begleiten. In Tola hat die Arbeit bereits begonnen, dort soll ein kleines Cafe entstehen, um die laufenden Kosten bald selbst tragen zu können. Derzeit hat das Frauenhaus Tola nicht viel mehr als seine Mauern, aber ich hoffe, mithelfen zu können, diese Haus ein bisschen zu beleben, damit es tatsächlich ein hilfreiches Angebot für Frauen schaffen kann. Zu meiner großen Freude gibt es von den Mädchen des Englischkurses dort Interesse an einer Mädchengruppe, die ich vorhabe zu gründen und in der es um Geschlechterverhältnisse, Verhütung und so weiter gehen soll. Die sozialen Strukturen sind hier gerade in den ländlichen Regionen sehr patriarchal und das Leben als Frau ist dort mit vielen Einschränkungen verbunden.
In der letzten Woche hat sich mir ein weiteres Betätigungsfeld aufgetan, nämlich im Centro Nuevo, einem Ausbildungszentrum in Tola, das die sandinistische ehemalige Bürgermeisterkandidatin Dona Loyda vor einigen Jahren gegründet hat. Diese hat mich gefragt, ob ich in ihrem Zentrum mit Jugendlichen arbeiten will und ihr bei ihrem geplanten Ökotourismus-Projekt unterstützen möchte. Ich werde fortan einen halben Tag die Woche bei ihr arbeiten. Besonders interessiert bin ich an der Aufklärungsarbeit für Campesinos über den geplanten Bau des Trockenkanals, der die beiden Küsten verbinden soll und das Leben der Bauern in dieser Region stark verändern wird. Dona Loyda will nach den Wahlen mit dieser Arbeit beginnen und ich will sie dabei unterstützen. Perspektivisch wird es also in Tola viele Möglichkeiten für mich geben, mich einzubringen und ich habe auch vor, meinen Arbeitsschwerpunkt langsam mehr in diese Region zu verlagern.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten fühle ich mich nun mit meiner Arbeit sehr wohl. Vor allem die Aussicht auf die Mädchengruppe in Tola freut mich. Denn das Bewußtsein für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu stärken sehe ich in einem Land wie Nicaragua als eine der wichtigsten Aufgaben an, dem sich die Frauenhäuser in ganz Nicaragua ja auch widmen. Als weiße Frau hier zu leben ist ob des massiven Machismo oft auch zermürbend, aber das Entstehen erster Freundschaften und die Herzlichkeit der meisten Menschen helfen immer wieder über solche Resignationsphasen hinweg.
Seit dem 24. Juli diesen Jahres bin ich zusammen mit Felix als Nachfolgerin für Nils und Jochen in Rivas. Als erste weibliche PaNic-Volontärin arbeite ich im Frauenzentrum Rivas, das seit Bestehen des PaNics enger Projektpartner war und ist.
Die erste Zeit in Nicaragua empfand ich nicht immer als einfach. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich zwar von Anfang an sehr gut verstanden, aber an das Entbehren von Privatsphäre in einem Haus in dem man jedes gesprochene Wort hört und einem Zimmer, das nur durch einen Vorhang vom Wohnraum getrennt ist, musste ich mich erst gewöhnen.
Auch mein Start im Frauenhaus war eher schleppender Natur. Ich sollte im Wechsel in der Klinik und der Rechtsberatung arbeiten, um alles kennen zu lernen. Doch in beiden Bereichen hat man mir nur wenig erklärt und gesagt, wie ich helfen kann.
Hier muss gesagt werden, dass ich mit verschwindend geringen Spanischkenntnissen nach Nicaragua kam und die Situation sicher auch für die Muchachas des Frauenhauses eine schwierige war. Sie wussten anfangs wenig mit mir anzufangen. Besser wurde es, als endlich meine Englischkurse begannen. So hatte ich erstmals das Gefühl, nicht nur im Weg zu stehen, sondern selbst was beitragen zu können. Ich hatte anfangs Englischkurse in Rivas und im Frauenhaus San Jorge, mittlerweile, statt des Kurses in Rivas, einen im Frauenhaus Tola, da es in Rivas bereits einen gab. Außerdem habe ich den Englischkurs von Nils in Civite übernommen, der zweimal wöchentlich stattfindet. Doch auch abgesehen von den Englischkursen habe ich mich jetzt im Frauenaus eingelebt und helfe dort nun in der Verwaltung oder begleite die Doctora bei ihren Behandlungen in Dörfern rund um Rivas. Meistens kommen an solchen Tagen 40 bis 70 Patienten und ich gebe nach der Untersuchung die verschriebenen Medikamente aus.
Aus Interesse nehme ich manchmal an politischen Treffen teil, zum Beispiel, des der Frauenbrigade, die abends von Haus zu Haus geht und das Programm des FSLN vorstellt. Einen Tag war ich mit einem Bus voll Rivenserinnen auf einem Kongress in Managua, wo ca. 1000 Frauen aus ganz Nicaragua ihren Willen für die Verabschiedung eines Gesetzesvorschlags der Sandinisten für die Gleichstellung von Mann und Frau kundtaten.
Im Rahmen des bevorstehenden PaNic-Projektes zum Ausbau der Frauenhäuser Tola und San Jorge werde ich die Bauarbeiten in beiden Frauenhäusern begleiten. In Tola hat die Arbeit bereits begonnen, dort soll ein kleines Cafe entstehen, um die laufenden Kosten bald selbst tragen zu können. Derzeit hat das Frauenhaus Tola nicht viel mehr als seine Mauern, aber ich hoffe, mithelfen zu können, diese Haus ein bisschen zu beleben, damit es tatsächlich ein hilfreiches Angebot für Frauen schaffen kann. Zu meiner großen Freude gibt es von den Mädchen des Englischkurses dort Interesse an einer Mädchengruppe, die ich vorhabe zu gründen und in der es um Geschlechterverhältnisse, Verhütung und so weiter gehen soll. Die sozialen Strukturen sind hier gerade in den ländlichen Regionen sehr patriarchal und das Leben als Frau ist dort mit vielen Einschränkungen verbunden.
In der letzten Woche hat sich mir ein weiteres Betätigungsfeld aufgetan, nämlich im Centro Nuevo, einem Ausbildungszentrum in Tola, das die sandinistische ehemalige Bürgermeisterkandidatin Dona Loyda vor einigen Jahren gegründet hat. Diese hat mich gefragt, ob ich in ihrem Zentrum mit Jugendlichen arbeiten will und ihr bei ihrem geplanten Ökotourismus-Projekt unterstützen möchte. Ich werde fortan einen halben Tag die Woche bei ihr arbeiten. Besonders interessiert bin ich an der Aufklärungsarbeit für Campesinos über den geplanten Bau des Trockenkanals, der die beiden Küsten verbinden soll und das Leben der Bauern in dieser Region stark verändern wird. Dona Loyda will nach den Wahlen mit dieser Arbeit beginnen und ich will sie dabei unterstützen. Perspektivisch wird es also in Tola viele Möglichkeiten für mich geben, mich einzubringen und ich habe auch vor, meinen Arbeitsschwerpunkt langsam mehr in diese Region zu verlagern.
Nach den anfänglichen Schwierigkeiten fühle ich mich nun mit meiner Arbeit sehr wohl. Vor allem die Aussicht auf die Mädchengruppe in Tola freut mich. Denn das Bewußtsein für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu stärken sehe ich in einem Land wie Nicaragua als eine der wichtigsten Aufgaben an, dem sich die Frauenhäuser in ganz Nicaragua ja auch widmen. Als weiße Frau hier zu leben ist ob des massiven Machismo oft auch zermürbend, aber das Entstehen erster Freundschaften und die Herzlichkeit der meisten Menschen helfen immer wieder über solche Resignationsphasen hinweg.
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