Jochen Hack leistete seinen Zivildienst von Juli 2000 bis Oktober 2001 in Barrio Nuevo, einem kleinen Dorf 30 km nordöstlich von Rivas. In dem folgenden Artikel schildert er nach drei Monaten seine ersten Eindrücke.
Anfangs war es doch sehr schwer. Die ersten Latrinengänge wurden immer von einem unterschwelligem Nasenrümpfen begleitet und die vielen Tiere mit denen man sich den Lebensraum teilt waren auch ungewohnt. Das viele Herumreisen während des ersten Monats meiner Arbeitszeit in Barrio Nuevo in die verschiedenen Gemeinden und das Besuchen der Talleres (Fortbildungen, Werkstätten) haben mir die Eingewöhnung und das Kennenlernen meines Arbeitsplatzes CEPA (Centro de Educación Promocional Agraria) leichter gemacht. Das CEPA in Barrio Nuevo besteht aus einer Zahnarztklinik, die mit sehr einfachen Arbeitsweisen der Landbevölkerung ihre Dienste zu niedrigen Preisen anbietet, einer Schreinerei in der Samstags gearbeitet wird, einem Computerraum mit zwei Computern, Computerkurse werden ebenfalls Samstags angeboten, und der Naturheilmedizin, die sogar eine kleine Sauna betreibt. Desweiteren gibt es mehrmals wöchentlich stattfindende Schreibmaschinenkurse und seit einem Monat nun den von mir zweimal wöchentlich angebotenen Englischkurs, der mit ca. 18 Schülern im Alter zwischen 12 und 26 Jahren sich sehr erfolgreich entwickelt. Voller Kinder ist es jeden Vormittag noch dazu, weil das Zentrum zugleich eine der 23 Cico (Centro infantil comunitario) des Municipio Tola ist, dessen Aufgabe es ist, die Kinder der umliegenden Gemeinden vor ihrem Grundschulalter zu betreuen, ihnen eine Art Vorschulunterricht zu vermitteln und Mittagessen zu zubereiten. Außerdem werden die Kinder auf ihre körperliche sowie geistige Entwicklung hin beobachtet und auf 14tägigen Treffen mit deren Eltern evaluiert. Mit den restlichen Cicos des Municipio steht CEPA in unterstützender Zusammenarbeit. Auf monatlich stattfindenden Talleres in Tola werden untereinander Erfahrungen und Probleme ausgetauscht, Verbesserungsmöglichkeiten besprochen und Fort-/Weiterbildungen betrieben. An diesen Treffen habe ich während meines ersten Monats hier regelmäßig teilgenommen, um mich auf meine später Arbeit in den Cicos vorzubereiten. Momentan werde ich noch in dem Cicos Barrio Nuevo und Virgen Morena angelernt. Welchen Aufgabenbereich ich in dieser vormittagsfüllenden Arbeit übernehmen werde, ist noch nicht festgesetzt. Dies ist nicht die einzige regionale Arbeit des CEPA. Mit den CEPAC/CIVCA (Centro Productivo Agroecologico Campesino) welche ähnlich dem CEPA selber kleine Zentren mit Naturheilmedizin, Schreinereien, Schreibmaschinenkursen, Bienenzucht und in einem Fall eigener Ziegelherstellung, darstellen. Außerdem besitzen diese Zentren eine Parzelle, auf der sie aromatische Pflanzen (Basilikum, Zitronengras, Oregano usw.) ökologisch anbauen. Zum einen zur Ernährungserweiterung und für die vorhandene Naturheilmedizin, aber auch zur gemeinsamen Vermarktung zusammen mit den anderen CEPACs/CIVCAs, um einen besseren Preis zu erzielen. Das CEPA hat ebenfalls eine Pazelle zur Demonstration des ökologischen Anbaus aromatischer Pflanzen und zur eigenen Produktion. In meiner Arbeit hier unterstütze ich u.a. auch die zwei neuen CIVCAs in El Lagal und in Tierras de Sandino. Die CIVCAs stehen mehr im Kontakt mit CEPA als die CEPACs, welche ihrerseits mehr mit dem CIVITE in San Rafael zusammenarbeiten. In den beiden neuen Zentren betreiben die zusammengeschlossenen Bauern diesen "Winter"(gemeint ist die Zeit zwischen August und November) zum ersten Mal ihre Parzelle und es gibt noch einige Probleme. Ich arbeite mit dieser Gruppe zusammen auf ihrem Stückchen Land und bin zugleich Ansprech-/ Bezugsperson für jede Art von auftretenden Problemen und Fragen. In Las Tierras de Sandino nehme ich diese Funktion auch für das gerade beginnende Niembaum-Projekt ein. Es werden ca. 7000 Niembäume, sie gelten als besonders widerstandsfähig und ihre Früchte finden u.a. als ökologisches Insektizid ihre Anwendung, im Sinne einer Wiederaufforstung gepflanzt. Die Früchte lassen sich später zum Eigenbedarf nutzen oder auch zum Verkauf.
Insgesamt werden mir von den Verantwortlichen viele Türen geöffnet und Möglichkeiten geboten mich optimal einzubringen. So wurde die Idee eines Briefaustauschs zweier nicaraguanischer Schulen mit zwei deutschen und zugleich einer Schulpartnerschaft innerhalb von zwei Wochen gestartet. Auch kamen eines Sonntagnachmittags alle Jugendlichen zusammen, damit ich ihnen meine Idee der Gründung einer Fußballmannschaft und eines Jugendclubs zu unterbreiteten. In Zukunft werde ich wahrscheinlich auch Computerkurse geben und vielleicht sogar Mathematikunterricht für die ältere Menschen. Generell ist fast jede Arbeit hier vor allem praktisch angesiedelt und Erfolg oder Misserfolg sind schon oft vor Ende der Arbeit abzulesen. Das macht alles etwas dynamischer und mir gefällt das gut.
Anfangs war es doch sehr schwer. Die ersten Latrinengänge wurden immer von einem unterschwelligem Nasenrümpfen begleitet und die vielen Tiere mit denen man sich den Lebensraum teilt waren auch ungewohnt. Das viele Herumreisen während des ersten Monats meiner Arbeitszeit in Barrio Nuevo in die verschiedenen Gemeinden und das Besuchen der Talleres (Fortbildungen, Werkstätten) haben mir die Eingewöhnung und das Kennenlernen meines Arbeitsplatzes CEPA (Centro de Educación Promocional Agraria) leichter gemacht. Das CEPA in Barrio Nuevo besteht aus einer Zahnarztklinik, die mit sehr einfachen Arbeitsweisen der Landbevölkerung ihre Dienste zu niedrigen Preisen anbietet, einer Schreinerei in der Samstags gearbeitet wird, einem Computerraum mit zwei Computern, Computerkurse werden ebenfalls Samstags angeboten, und der Naturheilmedizin, die sogar eine kleine Sauna betreibt. Desweiteren gibt es mehrmals wöchentlich stattfindende Schreibmaschinenkurse und seit einem Monat nun den von mir zweimal wöchentlich angebotenen Englischkurs, der mit ca. 18 Schülern im Alter zwischen 12 und 26 Jahren sich sehr erfolgreich entwickelt. Voller Kinder ist es jeden Vormittag noch dazu, weil das Zentrum zugleich eine der 23 Cico (Centro infantil comunitario) des Municipio Tola ist, dessen Aufgabe es ist, die Kinder der umliegenden Gemeinden vor ihrem Grundschulalter zu betreuen, ihnen eine Art Vorschulunterricht zu vermitteln und Mittagessen zu zubereiten. Außerdem werden die Kinder auf ihre körperliche sowie geistige Entwicklung hin beobachtet und auf 14tägigen Treffen mit deren Eltern evaluiert. Mit den restlichen Cicos des Municipio steht CEPA in unterstützender Zusammenarbeit. Auf monatlich stattfindenden Talleres in Tola werden untereinander Erfahrungen und Probleme ausgetauscht, Verbesserungsmöglichkeiten besprochen und Fort-/Weiterbildungen betrieben. An diesen Treffen habe ich während meines ersten Monats hier regelmäßig teilgenommen, um mich auf meine später Arbeit in den Cicos vorzubereiten. Momentan werde ich noch in dem Cicos Barrio Nuevo und Virgen Morena angelernt. Welchen Aufgabenbereich ich in dieser vormittagsfüllenden Arbeit übernehmen werde, ist noch nicht festgesetzt. Dies ist nicht die einzige regionale Arbeit des CEPA. Mit den CEPAC/CIVCA (Centro Productivo Agroecologico Campesino) welche ähnlich dem CEPA selber kleine Zentren mit Naturheilmedizin, Schreinereien, Schreibmaschinenkursen, Bienenzucht und in einem Fall eigener Ziegelherstellung, darstellen. Außerdem besitzen diese Zentren eine Parzelle, auf der sie aromatische Pflanzen (Basilikum, Zitronengras, Oregano usw.) ökologisch anbauen. Zum einen zur Ernährungserweiterung und für die vorhandene Naturheilmedizin, aber auch zur gemeinsamen Vermarktung zusammen mit den anderen CEPACs/CIVCAs, um einen besseren Preis zu erzielen. Das CEPA hat ebenfalls eine Pazelle zur Demonstration des ökologischen Anbaus aromatischer Pflanzen und zur eigenen Produktion. In meiner Arbeit hier unterstütze ich u.a. auch die zwei neuen CIVCAs in El Lagal und in Tierras de Sandino. Die CIVCAs stehen mehr im Kontakt mit CEPA als die CEPACs, welche ihrerseits mehr mit dem CIVITE in San Rafael zusammenarbeiten. In den beiden neuen Zentren betreiben die zusammengeschlossenen Bauern diesen "Winter"(gemeint ist die Zeit zwischen August und November) zum ersten Mal ihre Parzelle und es gibt noch einige Probleme. Ich arbeite mit dieser Gruppe zusammen auf ihrem Stückchen Land und bin zugleich Ansprech-/ Bezugsperson für jede Art von auftretenden Problemen und Fragen. In Las Tierras de Sandino nehme ich diese Funktion auch für das gerade beginnende Niembaum-Projekt ein. Es werden ca. 7000 Niembäume, sie gelten als besonders widerstandsfähig und ihre Früchte finden u.a. als ökologisches Insektizid ihre Anwendung, im Sinne einer Wiederaufforstung gepflanzt. Die Früchte lassen sich später zum Eigenbedarf nutzen oder auch zum Verkauf. Insgesamt werden mir von den Verantwortlichen viele Türen geöffnet und Möglichkeiten geboten mich optimal einzubringen. So wurde die Idee eines Briefaustauschs zweier nicaraguanischer Schulen mit zwei deutschen und zugleich einer Schulpartnerschaft innerhalb von zwei Wochen gestartet. Auch kamen eines Sonntagnachmittags alle Jugendlichen zusammen, damit ich ihnen meine Idee der Gründung einer Fußballmannschaft und eines Jugendclubs zu unterbreiteten. In Zukunft werde ich wahrscheinlich auch Computerkurse geben und vielleicht sogar Mathematikunterricht für die ältere Menschen. Generell ist fast jede Arbeit hier vor allem praktisch angesiedelt und Erfolg oder Misserfolg sind schon oft vor Ende der Arbeit abzulesen. Das macht alles etwas dynamischer und mir gefällt das gut.
| < Zurück | Weiter > |
|---|







